Meine Kindergeschichte “Spooky geht spuken” erscheint in dem Märchen-Sammelband “Das geteilte Königreich - 60 Märchen zum Vor- und Selberlesen”

Herausgeber: Susanne Schnitzler
Seitenzahl: 260
ISBN: 978-3-938882-30-6
Preis: 9,95 Euro
Erscheinungstermin: 6.Dezember 2006

 

Eine Leseprobe aus meiner Geschichte “Spooky geht spuken”:

Als Spooky, das Gespenstermädchen, heute zum Frühstück kommt, sitzen ihre Eltern und ihre großer Schwester Drachenlocke schon am Tisch und schauen Spooky ganz stolz und erwartungsvoll an. Spooky ist etwas erstaunt, denn es ist doch erst elf Uhr Nachts. Normalerweise ist ihr Vater um diese Uhrzeit immer in die Gespensterzeitung vertieft, Drachenlocke steht dann immer vor dem großen Spiegel im Bad und jammert, dass sie schon wieder verschlafen hat und deswegen nicht genug Zeit hat, sich die Wangen grabschwarz und modergrün zu schminken, und die Mutter kocht Kakao oder schmiert Maden und Würmer auf Brote und schimpft, weil niemand ihr dabei hilft.
Heute ist jedoch alles ganz anders. Spooky setzt sich hin und will gerade fragen, was los ist, da ergreift ihr Vater das Wort: „Liebe Spooky, wir haben eine wunderbare Überraschung für dich! Gestern haben deine Mutter und ich uns darüber unterhalten, dass du mit deinen 327 Jahren ja schon ein großes, vernünftiges Mädchen bist – und deswegen haben wir beschlossen, dass du nun alt genug bist, um ebenfalls nachts spuken zu gehen. Na freust du dich?“
„Oh... Ich weiß nicht.“ Betreten schaut Spooky zu Boden. Um ehrlich zu sein, hat sie nicht die geringste Lust, heute den behaglichen Dachboden, auf dem sie mit ihren Eltern wohnt, zu verlassen. Warum soll sie draußen in der Kälte und Dunkelheit herumgeistern, wenn es hier so schön warm und gemütlich ist?
Ihre Mutter wischt sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel. „Ach Spooky, ich bin ja so stolz auf dich, mein großes, gruseliges Geistermädchen,“ stößt sie mit gepresster Stimme hervor. Dann fällt ihr Blick auf Spooky, die missmutig das Gesicht verzieht. „Aber was ist denn los, mein Schauerschätzchen? Bist du nicht glücklich? Hast du dir denn nicht schon lange gewünscht, auch herumzuspuken wie die Großen?“
Spooky weiß nicht, was sie darauf antworten soll. Sie möchte ihre Eltern nicht enttäuschen, aber sie hat sich noch nie danach gesehnt, zu spuken. Wozu auch? Ihr liegt nicht das Geringste daran, durch finstere, einsame Gassen zu ziehen und dabei zu jaulen und zu stöhnen, mit schweren Ketten zu klappern und so harmlose Menschen zu erschrecken, die ihr überhaupt nichts getan haben. Das ist bestimmt entsetzlich anstrengend! Viel lieber möchte Spooky weiterhin zu Hause bleiben, mit den Knochen, die Drachenlocke ihr vom Friedhof mitgebracht hat, hübsche Muster legen und dabei zuhören, wie draußen der Wind pfeift und singt, genau wie in all den Jahren bisher auch.
Vorsichtig schüttelt Spooky schließlich den Kopf. „Warum muss man überhaupt herumspuken?“ fragt sie.

        (...)

 

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atlantis

Zum Inhalt:

Es war einmal vor langer, langer Zeit ...

dass die Geschichtenerzähler durch die Lande zogen und Schriftkundige wie die Brüder Grimm die Märchen des Volkes sammelten und für uns bewahrten.

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit ...

dass 60 Geschichtenerzähler und Schriftkundige von heute sich trafen und neue Märchen ersannen für Jung und Alt und Groß und Klein. Geheimnisvolles aus anderen Welten, Wunderbares aus unserer nächsten Umgebung oder Lieb und Leid aus anderer Zeit fesseln uns auch heute noch, und wieder einmal heißt es:
Es war einmal ...