Eine Leseprobe aus meiner Geschichte “Vier”:

Vor zahllosen Äonen lebte in einer unaussprechlichen Welt ganz alleine eine kleine Magierin. Wunderschön war sie, mit sonnenfarbenen Augen und einem anmutigen, geschmeidigen Leib, und sie hatte ein gnomenhaftes Gesicht und lachte immerzu. Irgendwann erschuf sie die vier Elemente, um etwas zu haben, worauf sie tanzen konnte, und von nun an sprang und tobte sie glückselig und selbstvergessen über ihr bebendes Parkett, wirbelte graziös durch das Feuer und glitt schlangengleich durch das Wasser hinweg, taumelte, sich unentwegt drehend, über die Hügel und Täler der Erde und flog vollkommen schwerelos mit dem Wind...
Nach und nach senkte sich jedoch, schwer wie eine sternenlose Winternacht, eine tiefe Traurigkeit über ihr Dasein. Zum ersten Mal fühlte die Magierin sich einsam, und sie weinte kummervoll. Und um fortan nicht mehr alleine tanzen zu müssen formte sie aus ihren eigenen Tränen einen Gefährten, einen funkelnden, schimmernden, lotusäugigen Magier mit zarter, honigglatter Haut, azurblauem Haar und feinen, edlen Gesichtszügen, und sie umarmte ihn, um ihn zum Leben zu erwecken. Er hob die Lider, erkannte seine holde Freundin und schmiegte sich sogleich wonnevoll in ihre Arme.
Dann zeigte sie ihm ihre Welt, und der Magier schaute sich um und sprach besorgt:
„Es macht mir Angst, dass du nicht versuchst, die vier machtvollen Elemente zu besiegen und zu  beherrschen, sondern bloß tändelnd mit ihnen schäkerst und spielst, unschuldig wie ein Kind, das sich einer reißenden Bestie nähert... Schon bald könnten sie sich ihrer Stärke bewußt werden, und dann vermögen sie dich innerhalb von einem einzigen Atemzug mühelos auszulöschen!“
Die Magierin mußte ob dieser absurden Vorstellung kichern. Auch als der Magier weiterhin beschwörend auf sie einredete, verstand sie nicht, welch heiligen Ernst er in seine Worte legte. Es freute sie aber, dass er sich offensichtlich für ihre Schöpfung interessierte. Zärtlich lächelnd strich sie ihm über das wallende Haar und küßte sanft seine Wange. Da hielt er erbost in seiner Rede inne.

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atlantis

Meine Kurzgeschichte “Vier” erscheint in der Anthologie “Fremde Welten”.

Verlag: Edition Leserunde (www.leserun.de)
Seitenzahl: ca. 230
ISBN: 978-3-940387-01-1
Preis: 16, 90 Euro
Erscheinungstermin: Juni 2007

Zum Inhalt:
Eine Sammlung von Kurzgeschichten verschiedener Autoren.  Lassen Sie sich entführen in fremde Welten der Fantasie. Tauchen Sie ein in Welten, die Sie so vorher nicht gekannt haben.  Besuchen Sie Orte, die Sie sich in Ihren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen können. Sie können sich hier in die Welt des Grusels, der Fantasie oder mit einem Augenzwinkern unterhalten.
17 Autoren interpretieren das Thema des Buches auf ihre Weise. Wahrheit und Fiktion verschmelzen. Lesen Sie von Dingen, die sie so nie für möglich gehalten hätten. Kommen Sie mit uns in „Fremde Welten“.

Bestellen könnt ihr das Buch ”Fremde Welten” bei mir entweder hier oder per E-Mail

Eine Rezension von “Fremde Welten” findet ihr unter http://www.homomagi.de/buecherbrief/448-buecherbrief-06-2007.pdf
oder unter
http://www.drosi.de/rezension/978-3-94038-701-1.htm

Über meine Kzrzgeschichte “Vier” heißt es dort:
Was eine einfache Zahl alles ausmacht. Folgt man der jungen Magierin, erlebt man die schönsten Seiten der Welt. Aber einer ist in der Lage alles zu ändern. Einer gegen vier, Vier gegen einen, Vier gegen Vier. Wie auch immer. Die Erzählung endet mit Eins.

Und das gesamte Buch wird so beurteilt:
Wenn Sie sich für fremde Welten interessieren, Kurzgeschichten mögen, die auch aus dem Rahmen normaler Erzählungen fallen, dann sind sie mit diesem Buch gut bedient. (...) Siebzehn Kurzgeschichten, siebzehn Autorinnen und Autoren, siebzehn fremde Welten. Manche vertrauter als andere, manche fremder als gedacht. In jedem Fall ist die Sammlung sehr abwechslungsreich und entspricht nur selten den üblichen Klischees. Fremde Welten sind nun einmal überall zu finden, manchmal muss man ein wenig länger suchen. Andere Welten mag man nicht kennen lernen, in anderen für immer verweilen. Wer sich mit diesem Buch auf die Suche macht, wird sie leiben lernen. Der gelungene erste Band der Edition Leserunde.
 

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