“Spukhaus zu verkaufen” ist ein Gemeinschaftsprojekt ausgewählter Autoren der Edition Geschichtenweber.
Ich selbst habe die Geschichte “Wohnung Nummer Acht” beigesteuert.

 Zum Inhalt:

Wer glaubt schon an Geister? Immer wieder werden Häuser als verwunschen bezeichnet. Das schreckt potenzielle Käufer ab und drückt leider die Immobilienpreise. Christobal J. Satànchia, ein zwielichtiger Immobilienmakler mit Filialen weltweit, hat da ein besonderes Rezept. Er verkauft jedes Haus, vorzugsweise eine Spukvilla.

Lesen Sie in dreizehn miteinander verwobenen Kurzgeschichten, was den geköderten Käufern in ihrem neuen Heim passiert. Vom Horror-Urlaub bis zur steilen Karriere als Geister-Manager – alles kann geschehen. Mit einem guten Schuss Humor haben die Autoren der »Edition Geschichtenweber« diese Erlebnisse in Herrn Satànchias Reisen von einem Objekt zum nächsten eingebettet. Freuen Sie sich auf den Umzug!
 

Hier eine Leseprobe aus meiner Geschichte “Wohnung Nummer Acht”:

(...)

Sonja kauerte im Schneidersitz auf dem Bett und nippte an ihrem Kaffee. Fast sechs Tage waren seit ihrem Umzug vergangen und noch immer hielt das Heimweh sie fest in seinen öligen Klauen. Sobald sie an ihr früheres Zuhause in Bickenried dachte, hatte sie das Gefühl, ein Messer bohre sich in ihr Herz und schneide mit grausamer Langsamkeit jede Freude heraus. Der ständige Lärm von der Straße und aus den Nachbarwohnungen fraß sich gleich einem gierigen Wurm in ihren Geist und zermürbte sie. Außerdem schlief sie schlecht. Nacht für Nacht erwachte sie zitternd, nachdem ihr im Traum die aschgraue Frau erschienen war. Anschließend konnte sie sich nicht einmal mehr erinnern, was genau an dieser Gestalt so grauenhaft war. Nur die unbändige Furcht blieb und begleitete sie wie ein Schatten durch ihren Alltag. Am meisten beunruhigten sie jedoch inzwischen die Kratzspuren am Belüftungsschacht im Bad. Sonja hatte sie vorgestern zufällig entdeckt: tiefe, unregelmäßige Kerben, die in den Rand des Plastiks gegraben waren, als habe jemand versucht, es mit aller Kraft aus der Wand zu reißen. Sonja war auf den Badewannenrand gestiegen, um die Rillen und Furchen genauer zu begutachten. Jetzt stand für sie fest, dass in ihrer Wohnung furchtbare Dinge geschehen sein mussten. Himmel, solche Schäden entstanden doch nicht, wenn jemand bloß planlos im Vollrausch randalierte! Nein, irgendwer musste gezielt einen Fluchtweg gesucht haben.
Kurz darauf betrachtete Sonja von der Straße aus fassungslos die kahle Hauswand. Nur wenige Fenstersimse unterbrachen die glatte Fassade. Im vierten Stock starrte ein winziges Loch wie ein bösartiges Auge auf sie hinab: ihr Lüftungsschacht. Immer heftiger loderte das Entsetzen in Sonja empor. Wie verzweifelt musste ein Mensch sein, um sich dort hindurchzuzwängen und die halsbrecherische Kletterei an der Fassade zu wagen? Ein Radfahrer klingelte und brüllte Sonja an. Sie stand mitten auf dem Radweg, doch sie nahm ihre Umgebung kaum wahr. Jetzt konnte sie sich genau vorstellen, was in ihrem Bad geschehen war … Deutlich sah sie einen kräftigen Mann vor sich, dessen Gesicht vor Wut zu einer Fratze verzerrt war. Vor ihm auf dem Boden krümmte sich eine Frau, immerzu darauf wartend, dass die nächsten Schläge auf sie niederprasseln würden. Blut klebte auf ihrer Stirn. Eine Hand grub sich in ihre Haare und riss ihren Kopf empor. Drohend flüsterte ihr Peiniger ihr etwas ins Ohr. Sie wandte sich ab von seinem Atem, der nach billigem Fusel stank. Er versetzte ihr einen letzten Tritt und stapfte davon. Die Tür fiel zu, und der Schlüssel drehte sich im Schloss. Sie war gefangen.

(...)
 

 ~ erschienen in der Reihe BlutKuss des WortKuss-Verlags
 ~ ca. 220 Seiten
 ~ Paperback
 ~ Preis: 14, 90 Euro
 ~ Erscheinungsdatum: November 2009
 ~ ISBN-13: 978-3-942026017
 ~ Herausgeberinnen: Tatjana Stöckler, Simone Edelberg

Ihr könnt das Buch beim Verlag oder gerne auch direkt bei mir bestellen
(dazu könnt ihr mir entweder
eine Mail schreiben oder das Bestellformular benutzen).

Inhaltsverzeichnis:
Tatjana Stöckler  -  Prolog
Sven Liewert  -  Und die Hoffnung stirbt zuletzt
Gerd Scherm  -  Ein folgenschweres Stipendium
Angela Mackert  -  Otilias Spiegel
Maren Frank  -  Geisterküsse
Nadine Muriel  -  Wohnung Nummer Acht
Karin Jacob  -  Immer das Gleiche
Stefan Cernohuby  -  Das Wunschhaus
Konstanze Hunold  -  Hel
Thomas Strehl  -  Jimi
Maike Schneider  -  Bachstraße 17
Karsten Beuchert  -  Zwergenheim
Simone Edelberg  -  Epilog

 

  Bestellen könnt ihr das Buch “Spukhaus zu verkaufen” bei mir entweder hier oder  per E-Mail

wohnungnracht