... der weiße Falke wird die verlorene Sonne wieder zum Himmel emporheben.
Der schwarze Falke schläft in seinem Nest auf dem Berg der Finsternis.
Das Rauschen in der Nacht mag der Wind in den Blättern sein oder der nahende
Flügelschlag des Todes. Doch so lange Pferde durch die Steppe wandern, gibt es
Hoffnung für die Menschen ...

Viele Drachenklingen wurden geschmiedet, um das Gleichgewicht der Kräfte zu bewahren, eine, um es zu zerstören.
Zannin no Katana, das Schwert des Drachens der Finsternis, verheert Seringaye und überzieht die Welt mit Frost und Eis. Hoffnung versprechen die Klingen der anderen Drachengötter, doch diese sind verschollen.
Eine verzweifelte Jagd beginnt, die die Schwertträger aus allen Teilen Seringayes zum Ort der Entscheidung führt. Dort treffen jene, die dem Licht folgen auf jene, die sich dem Schatten zuwandten und auf die Schergen der Finsternis.
Eine Schlacht um das Schicksal der Welt entbrennt ...

In ihren Episoden berichten die "Geschichtenweber" von der Queste der Schwertträger durch die Welt Seringaye.
So vielfältig wie die Autoren sind auch die Erzählungen über Macht und Ohnmacht, Gut und Böse und das Ringen um Mut und Stärke.
Fantasy auf hohem Niveau mit einer Prise Philosophie, in blühenden Bildern beschrieben – ein Genuss für Kenner!

 

Titel: Die Saga der Drachenschwerter
Verlag: Wunderwaldverlag
Erscheint: Zur Leipziger Buchmesse 2010
Seitenanzahl: ca. 270
Ausstattung: Softcover
ISBN: 978-3-940582-24-9
Preis: 14,90 Euro
Herausgeber: Gerd Scherm, Janine Höcker

Beteiligte Autoren:
Nina Horvath, Wolfgang Schroeder, Michael Mühlehner, Nadine Muriel, Klaus Mundt, Samuel White, Stephanie Oelschläger, Stefan Cernohuby, Gerd Scherm, Janine Höcker

...und hier mal eine kurze Leseprobe von mir:

(...)

Gemächlich segelte die Galeere durch die Meerenge zwischen Haoli und Jikoku. Obwohl die Luft nach Frost schmeckte, kauerten Advaita und Biksu auf dem Deck. In der Kajüte war es nicht auszuhalten. Einige Matrosen würfelten, doch statt durch ihr Spiel Frohsinn zu verbreiten, vergifteten sie die Atmosphäre mit Argwohn. Advaita seufzte. Hier an Bord waren Reisende aus allen Ländern versammelt, und die Beziehungen zwischen ihnen waren geprägt von Feindseligkeit.
Jea, die Steuerfrau, umklammerte ihren Dolch. Gleich am ersten Tag hatte sie Advaita erklärt, dass sie Plazübla, dem Kapitän, nicht traute. Plazübla wiederum hatte Advaita vor dem Gnom Rulk und dessen Gefährten gewarnt: „Sie behaupten, ebenfalls auf unserer Seite zu stehen, aber sie sind eindeutig Spione.“
Advaita fragte sich, wie dieser wirre Haufen je in der Lage sein sollte, sich gegen die Krieger Zannin no Katanas zu behaupten.
Ein Ruf riss ihn aus seinen Gedanken: „Dschunke backbord voraus!“
Aus einer Bucht schob sich ein mächtiges Kriegsschiff, an dessen Mast eine Flagge mit dem Symbol des Eisdrachens flatterte. An der Reling standen bewaffnete Krieger und spannten ihre Bögen. Schubsend und drängelnd strömten die Matrosen an Deck. Awitto und Tumbron hielten dabei noch immer ihre Krüge in den Händen und grinsten dümmlich. Insgeheim beneidete Advaita die beiden. Sie waren die einzigen, die von dem ständigen Gezänk nichts mitbekamen, weil sie sich unentwegt im Zustand seliger Trunkenheit befanden.
„Das ist alles nur deine Schuld!“, fauchte Jea Plazübla an. „Ich hab dir gleich gesagt, es wäre sicherer, Phening-Ling zu umrunden und im Süden von Jikoku anzulegen. Jeder weiß, dass es hier vor der Nordkste Haolis von Kaperfahrern nur so wimmelt. Die Schergen des Eisdrachen haben dieses niederträchtige Pack angeheuert, um die Schwertträger und ihre Verbündeten daran zu hindern, nach Jikoku zu gelangen. In allen Tavernen wird darüber geredet. Bei deinem letzten Landgang hättest du besser die Ohren gespitzt, statt immer nur mit deinen Abenteuern zu prahlen.“
Plazübla beachtete sie nicht und packte stattdessen Rulk am Arm: „Gib zu, dass du ein Verräter bist und uns in die Fänge der finsteren Brut gelockt hast!“
Von der Dschunke flogen Bambusspeere herber. Der Proviantmeister sank röchelnd zu Boden. Ein Pfeil hatte seine Kehle zerfetzt. Blut quoll aus der Brust des Navigators. Der Schiffsjunge hob seine Steinschleuder, doch noch ehe er schießen konnte, bohrte sich ein Speer in sein Auge. Etwas weiter hinten duckten sich einige Gnome unter ihren reich verzierten Schildern. Alu Ghobi, der Maat, drängte sich durch das Gewühl zu ihnen: „Hört auf, euch wie Ratten zu verkriechen und gebt euren Kameraden Deckung!“
„Verschwinde! Warum sollen wir unser Leben riskieren? Es ist nicht unsere Schuld, dass dein Kapitän uns an das Gezücht der Dunkelheit verkauft hat.“
Flüche gellten, Fäuste wurden geschwungen und ein barhäuptiger Matrose stürzte Rulk die Treppe zum Ruderraum hinab. Währenddessen prasselte ein neuer Regen aus Speeren auf sie nieder.
Wie eine finstere Woge durchströmte die Wut Advaitas Geist. Mochten die Seeleute das Getümmel nutzen, um ihre eigenen Streitigkeiten auszutragen; er würde sich nicht von ihnen ins Verderben reißen lassen!
„Wir müssen das feindliche Schiff rammen und dann entern!“, schrie er gegen den Lärm an. „Ruderer, legt euch in die Riemen! Auf zum Gefecht!“
Jea riss das Steuer herum. Der Rammsteven der Galeere zeigte nun direkt auf die Dschunke.
Advaita sah, dass auf deren Kommandobrücke eine Gestalt mit einem federgeschmückten Helm auftauchte und wild gestikulierte. Offenbar handelte es sich um den Kapitän des gegnerischen Schiffes. Sogleich hörten seine Leute auf zu schießen und kletterten stattdessen in die Takelage. Kurz darauf wurde das Segel niedergelassen. Die Dschunke schwenkte gemächlich nach links.
Advaita hastete zu Plazübla. „Was tun die Kinder des Unheils da?“
„Sie haben unseren Plan erkannt und drehen jetzt bei. Sie wollen vermeiden, dass ihr Schiff quer zu uns steht und so eine Angriffsfläche zum Rammen bietet. Aber das werden wir nicht zulassen.“ Er lächelte grimmig. „Steuer hart backbord!“ Und zu Advaita gewandt erklärte er: „Wir bedrängen sie von der Leeseite. Für uns ist es ein Leichtes, die schwerfällige Dschunke zu bezwingen. Bedenke, dass unsere Galeere von Ruderern angetrieben wird, wohingegen sie auf den Wind angewiesen ist. Dadurch sind wir im Vorteil, denn unser Schiff lässt sich leichter manövrieren.“
Auf der Dschunke wurden nun die Segel gerefft, woraufhin sie in einem großen Bogen backbord abdrehte.
„Verdammt! Wir dürfen ihnen keine Zeit geben, vor dem Wind zu kreuzen! Jea! Kurs hart Steuerbord! Wir müssen sie von der anderen Seite umrunden.“
Eine Zeitlang umkreisten die beiden Schiffe einander wie zwei lauernde Scherenkrebse.
Jea tobte. „Warum haben wir nicht mehr Geschwindigkeit? Wenn wir weiter gleich einer trächtigen Seekuh über das Meer schleichen, kann die Dschunke uns immer wieder ausweichen!“
Einige Matrosen stritten noch immer. Andere lehnten an der Reling und beobachteten das Geschehen. Lediglich Awitto und Tumbron hockten hinter der Frauenkajüte und prosteten einander zu.
Rulk kam die Treppe vom Ruderraum heraufgestürmt. „Meuterei! Die Ruderer sind in Panik geraten. Sie fürchten, dass unsere Gegner sie im Kampf zuerst töten werden, um uns lahm zu legen. Jetzt flehen sie um Gnade oder beten, statt sich in die Riemen zu legen. Deswegen bekommen wir nicht genügend Schwung für einen Angriff. Einige von ihnen wollen sogar den Antreiber überwältigen.“
„Diesen Memmen werde ich zeigen, was sich gehört!“ Biksu sprang in den Ruderraum und versetzte dem erstbesten Mann einen Tritt. „Ich schwöre euch: Ich lasse jeden von euch stinkenden Grasaffen einen Eimer voll Kakerlaken fressen, wenn ihr nicht endlich rudert, als sei der Eisdrache selbst hinter euch her!“

(...)

 

    Bestellen könnt ihr die “Saga der Drachenschwerter” bei mir entweder hier oder  per E-Mail
 

biksu